Alle Artikel in: Literatur

(K)ein Brief an Peter Härtling

Lieber Peter Härtling, …
Nun sind Sie nicht mehr und dieser Brief wird Sie also nicht mehr erreichen und ich hätte Ihnen auch kein zweites Mal geschrieben. Damals, als ich Ihnen zum ersten Mal schrieb, war ich vermutlich zwölf Jahre alt oder etwas älter. …
Ich habe Ihnen vielleicht auch nur geschrieben, um mich bei Ihnen zu bedanken und mir bewusst zu werden, dass Sie mich literarisch bis jetzt auch ein Stück durch mein Leben begleitet haben und das eben auf eine vielfältige Weise. Deshalb ist es vielleicht doch ein zweiter Bief an Sie, an mich, an andere.

Die Frau mit dem Blumenbouquet

Am Abend des 20. März 1901 wird der Kammermusiker Gustav Adolf Gunkel in Dresden in der Straßenbahn von einer Verehrerin erschossen. Die Mörderin, Theresia Jahnel, hatte den jüngeren Violinisten jahrelang mit ihrer Liebe verfolgt, doch als Gunkel diese nicht erwidert, schreitet sie verzweifelt zur Tat. Die Verehrerin, die zur Mörderin wurde, beschäftigte die Zeitungen damals wochenlang, so wurde nicht nur in Dresden beinah täglich über diesen Vorfall berichtet, auch literarisch fand diese tragische Liebesgeschichte bei Thomas Mann Interesse.

Juliane Krummsdorfs Privatbücherei Weißer Hirsch Dresden

Seit 2012 öffnet die heute 86-Jährige Bibliothekarin Juliane Krummsdorf von Montag bis Freitag die Pforten des über hundert Jahre alten Gebäudes, das ehemals einen Tanzsaal und ab Ende der 1930er Jahre ein Kino (die Parklichtspiele) beherbergte. Heute wird der alte Tanzsaal von einem modernen Glasdach bedeckt und bietet Platz für ein Restaurant. Doch im Obergeschoss, der Galerie lädt Juliane Krummsdorf in ihre Bücherei Weißer Hirsch ein: „Ich lade Sie herzlich in die BÜCHEREI ZUM ANFASSEN ein-, der Ort sich untereinander Auszutauschen, miteinander zu Reden und das Allerneueste aus Dresden und vom Weißen Hirsch zu erfahren. Ihre Bibliothekarin Juliane Krummsdorf“ Dieser Beitrag steht unter einer (CC BY-NC-ND 2.0 DE) -Lizenz. Die verwendete Musik unterliegt einer anderen Lizenz.  

Ein Stern im Béarn

„Ist das biographisch?“ – gilt als eine der wohl am häufigsten gestellten Fragen auf Autorenlesungen. Doch für manche Leser ist es relevant zu wissen, ob gewisse Ähnlichkeiten zwischen Autor und Protagonist zufällig oder gewollt sind. Die Journalistin Claudia Tebel-Nagy schreibt in ihrem Buch „Ein Stern im Béarn“ nicht über ihre eigene Geschichte. Vielmehr wandelt sie auf den Spuren von Madame Marguerite Labbé.